Aus der Welt der Zwetschke!

Was die Zwetschke sonst noch kann ....

„Die Zwetschke kann noch viel mehr“, verrät uns die Natur- und Landschaftsvermittlerin Ursula Asamer im Gespräch über ihre neue Naturerlebnisführung „Alles Powidl im Zwetschkenreich“. Sie verrät uns ihre philosophisch-spirituellen und volksheilkundlichen Betrachtungen und weist auch auf weitere Nutzungsmöglichkeiten der Zwetschke hin.

Der Zwetschkenbaum (Prunus domestica) aus der Familie der Rosengewächse wird seit jeher als Glücksbringer angesehen. Als Heiratsorakel dienten Zwetschkenzweige. Diese wurden mit Namenszetteln der gewünschten Bräutigame versehen und derjenige, der als Erster blühte, wurde gewählt. Auch für Geburtsprophezeiung wurden Zwetschkenzweige genützt.

Die Pflaume und auch ihre Verwandten stehen für Weisheit, für Glück, Erneuerung, Vergänglichkeit, Unberührtheit und die Sexualität. Ein jungfräuliches Mädchen wurde als Pflaume bezeichnet und nach der ersten Nacht mit einem Mann als „Zweite Pflaumenblüte“.

Astrologische Zuordnung der Zwetschke:
Venusplfanze für die allumfassende Liebe
Mondpflanze für das weiße Licht der Blüten

Der Zwetschkenbaum wurde für vielerlei Verwendungen daher immer in Hausnähe gepflanzt. Man brachte über Türen und Fenstern Zweige an, die negative Energien vom Haus fernhalten sollten.

In der Volksheilkunde wirken die Früchte des Zwetschkenbaumes krampflösend, kühlend und auch fiebersenkend. Wir kennen die Wirkung von eingeweichten Dörrzwetschken zum Wohl für unsere Verdauung. Die Zwetschken tragen zur Entgiftung unseres Körpers bei und können rheumatische Beschwerden lindern (auch äußerlich mittels Einreibung).

In der Bachblütentherapie kennen wir die Blüte Cherry Plum von der Kirschpflaume. Diese Essenz hilft Ängste zu verstehen und diese aufzulösen. Auch hier haben wir eine abkühlende Wirkung für Menschen, die Angst haben, die Kontrolle über sich selbst zu verlieren und zu Hysterie neigen.
Die Blüte schafft Ordnung im Seelenchaos und unterstützt dabei, die eigenen Bedürfnisse zu erkennen und gibt die Kraft, diese auch zum Ausdruck bringen zu können. Die Blüte der Gelassenheit für Menschen, die überempfindlich bei Einflüssen von außen reagieren.

Spirituelles Räuchern von Zwetschkenholz. Hitzigen und rasch in Wut geratenden Menschen hilft der Zwetschkenbaum einen Ausgleich zu finden. Er kühlt und entspannt sehr stark. Er löst Verhärtungen, macht weich und durchlässig. Hildegard von Bingen bezeichnete ihn daher als Zornesbaum.

Diese Räucherung ist ideal für Abende auf der Terrasse oder dem Balkon nach sehr heißen Sommertagen. Die Räucherstoffe kühlen aber auch Wohnräume und bewahren vor allzu hitzigen Diskussionen. Die Räucherung der Zwetschkenbaumrinde ist glücks- und gesundheitsbringend.

Die Seelenbotschaft des Zwetschkenbaumes:
Liebe Dein Weinen und Dein Lachen!

Kosmetisch kommen Zwetschkenhaarwasser aus Rinden und Blätterasche zur Anwendung. Dazu schrieb Hildegard von Bingen: „Wenn dein Kopf schuppig ist und welkt, wasche ihn oft mit dieser Lauge und er wird schön sein und viele Haare hervorbringen.“ 

Auch für die Zahnpflege kommt Zwetschkenbaumrinde als Zahnpaste zum Einsatz. Sie wirkt entzündungshemmend bei irritiertem Zahnfleisch.

Als Färbepflanze kann man aus der Rinde des Zwetschkenbaumes orange, graue oder schwarze Farbtöne gewinnen.

Holzliebhaber schätzen das Zwetschkenholz als Bildhauermaterial wegen der schönen Zeichnung und der intensiven Färbung. Drechsler und Holzbildhauer schaffen daraus Schüsseln, Löffel und andere Haushaltsgegenstände wie auch Kunstwerke. Selbst im Instrumentenbau kommt Zwetschkenholz zum Einsatz.

Die Zwetschke kann viel! Ich lade Sie ein, diesen Reichtum zu entdecken.

Ursula Asamer
Natur- und Landschaftsvermittlerin